pochen


pochen

* * *

po|chen ['pɔxn̩] <itr.; hat:
1. (meist geh.) an, gegen die Wand pochen.
2. klopfen, schlagen:
ihr pochte das Herz.
3. sich energisch auf etwas berufen und damit auf einer Forderung beharren:
er pocht auf sein Recht, Geld; er pocht auf seinen Vertrag.
Syn.: bestehen, bleiben bei, dringen, sich versteifen.

* * *

pọ|chen 〈V. intr.; hat
2. 〈fig.〉 auf seinem Recht bestehen
● das Herz pocht; an die Tür \pochen; auf sein Recht \pochen [<mhd. bochen, puchen; zu lautmalendem poch!]

* * *

pọ|chen <sw. V.; hat [mhd. bochen, puchen; lautm.]:
1. (meist geh.)
a) klopfen (1 a):
an, gegen die Wand p.;
b) anklopfen (1):
kräftig p.;
sie hatte schon einige Male gepocht;
<unpers.:> es pocht (jmd. klopft an die Tür).
2. (geh.) klopfen (2):
mein Herz pochte vor Angst;
ihm pochte das Blut in den Schläfen.
3.
a) sich energisch auf etw. berufen:
auf seine Freundschaft mit jmdm., auf seine Beziehungen, auf seine Unschuld p.;
auf seinen Vertrag p.;
b) energisch, unnachgiebig (auf einem Recht o. Ä.) bestehen (4 a):
auf sein Recht, seinen Anteil, seine Ansprüche p.;
auf Selbstbestimmung p.
4.
a) Poch spielen;
b) beim Poch wetten, die größte Zahl gleichwertiger Karten[kombinationen] zu besitzen.
5. (landsch.) verprügeln.

* * *

Pochen
 
[pochen in der veralteten Bedeutung »prahlen« im Sinne von »wetten«], Poch, Karten-Brett-Spiel mit 32 deutschen Karten (bei 3-5 Spielern) oder 52 französischen Karten (bei 6 Spielern und mehr). Trumpf ist die Farbe der zuletzt ausgegebenen Karte. Die Spieler »pochen«, d. h. wetten, den höchsten »Poch« oder das höchste »Kunststück« (Reihe gleichwertiger Karten oder Kartenkombinationen) zu besitzen. Das runde Pochbrett hat eine Vertiefung (Teller) in der Mitte (Pochkasse) und acht kreisförmig angeordnete Teller, in die die Spieler je eine Spielmarke einlegen. Soweit sie Karten beziehungsweise Kartenverbindungen in der Trumpffarbe besitzen, kassieren sie die in den betreffenden Tellern liegenden Spielmarken.

* * *

pọ|chen <sw. V.; hat [mhd. bochen, puchen; lautm.]: 1. (meist geh.) a) klopfen (1 a): an, gegen die Wand p.; Der Junge pochte an die Scheibe (Fels, Sünden 74); auf den Tisch wird gepocht dabei (Kempowski, Zeit 185); b) anklopfen (1): leise, kräftig p.; sie hatte schon einige Male gepocht; <unpers.:> es pocht (jmd. klopft an die Tür). 2. (geh.) klopfen (2): mein Herz pochte vor Angst; ihm pochte das Blut in den Schläfen. 3. (geh.) a) sich energisch auf etw. berufen: auf seine Freundschaft mit jmdm., seine Beziehungen, seine Unschuld p.; dass auch die Bürgerinnen und Bürger in den bevölkerungsreichsten Kantonen Zürich und Bern ... nicht einfach auf ihre Stärke pochen (Brückenbauer 11. 9. 85, 4); ... kann er stolz darauf p., das Angebot der Bourbonen ausgeschlagen zu haben (St. Zweig, Fouché 174); Sie pochten auf ihren Mietvertrag (profil 17, 1979, 34); bis die Lehrlinge auf das Berufsbildungsgesetz pochen (Delius, Siemens-Welt 88); b) energisch, unnachgiebig (auf einem Recht o. Ä.) ↑bestehen (4 a): auf sein Recht, seinen Anteil, seine Ansprüche p.; auf Selbstbestimmung p.; Sie pocht auf die Einführung von Dienst- und Betriebsvereinbraungen zum Schutz der Nichtraucher (natur 6, 1994, 25); der Amtswechsel bot jedoch willkommenen Anlass, auf die Einhaltung der Vergleichsbestimmungen von 1746 zu p. (NJW 19, 1984, 1095); <subst.:> alles das könne er auch ohne dieses alberne Pochen auf Leistung (Gregor-Dellin, Traumbuch 157). 4. a) Poch spielen; b) beim Poch wetten, die größte Zahl gleichwertiger Karten[kombinationen] zu besitzen. 5. (landsch.) verprügeln. 6. (Bergbau früher) mit einem Pochstempel, in einem Pochwerk zerkleinern. 7. a) trotzen (1), trotzig gegenübertreten: ich poche dem Tyrannenverhängnis (Schiller, Räuber V, 2 [Mannheimer Soufflierbuch]); b) sich als Gebieter aufführen, als Unterdrücker auftreten: War's doch nicht ärger und krauser hier, als der Sachs noch im Lande tät p. (Schiller, Wallensteins Lager 1).

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Pochen — Póchen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eigentlich in doppelter Gestalt gebraucht wird. 1. Denjenigen dunkeln oder dumpfigen Schall von sich geben oder hören lassen, welchen dieses Zeitwort eigenthümlich ausdruckt. Es …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Pochen — steht für: ein sehr altes Kartenspiel, ein Vorläufer des Pokerspiels – siehe Poch ein Karten Glücksspiel – Tippen in historischer Zeit für das Zerkleinern von Erzen in Pochwerken Siehe auch:  Wiktionary: pochen – Bedeutungserklärungen,… …   Deutsch Wikipedia

  • pochen — V. (Mittelstufe) geh.: leicht gegen etw. schlagen Synonym: klopfen Beispiel: Er hat mit dem Kugelschreiber auf die Bank gepocht. pochen V. (Oberstufe) geh.: auf seinem Recht o. Ä. beharren Synonyme: bestehen auf, dringen auf, festhalten an,… …   Extremes Deutsch

  • Pochen — Pochen, 1) mit Stock od. Fuß auf den Boden stoßen; in Deutschland drückt es eine Unzufriedenheit der Zuschauer mit den Schauspielern, der Schüler mit einem Lehrer etc. aus, in Frankreich verstärkt es den Applaus, aber eben so das Mißfallen; in… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • pochen — Vsw std. stil. (13. Jh.), mhd. bochen, puchen, mndd. boken, puchen, puggen, mndl. boken, bueken Stammwort. Lautmalend (vgl. die Interjektion poch, die kaum ein Imperativ des Verbs ist). Frühneuhochdeutsch aus dem Zusammenhang des ans Tor oder auf …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • pochen — pochen: Die germ. Verben mhd. bochen, puchen, mnd. boken, niederl. beuken, schwed. mdal. boka sind lautmalenden Ursprungs und gehen von einer Nachahmung dunkler Schalleindrücke aus, wie sie z. B. durch Klopfen und Schlagen hervorgerufen werden.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • pochen — pọ·chen; pochte, hat gepocht; [Vi] 1 etwas pocht etwas ist in (regelmäßigen) Abständen deutlich zu spüren <ein pochender Schmerz; jemandem pocht das Blut in den Schläfen, das Herz im Hals> 2 (an etwas (Akk)) pochen geschr ≈ ↑klopfen (1)… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • pochen — 1. hämmern, klopfen, schlagen, trommeln; (ugs.): ballern, bumsen; (südd., österr. ugs.): pumpern. 2. pulsieren, schlagen; (südd., österr. ugs.): pumpern; (Med.): palpitieren. 3. sich ausbitten, beharren, bestehen auf, bleiben bei, dringen auf,… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Pochen — 1. Der am meisten gepocht, kroch am ersten zu Loch. – Froschm., XXVIIIb. 2. Der soll nicht pochen, der selber viel am Rocken hat. Dän.: Puk ei saa meget, du har zelv grönt malt paa loftet. (Prov. dan., 460.) 3. Einer bocht, der andre gibt nichts… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • pochen — pochenintr 1.marschieren.DieStiefelklopfenstampfendaufdieLandstraße.Sold1935ff. 2.leisepochen,hierwohnenalteKnochen!=Altgedientewollenvorsichtigbehandeltwerden!AufgefaßtalseinewirklicheoderfingierteInschriftaneinerKasernenstubeo.ä.⇨Knochen13.Unter… …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache